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Narben
Ihr Gesicht ist zernarbt, von Schmerz durchzogen,
gekrümmte Hände suchen nach Halt.
Doch nichts ist da, nur Leere, nur Nichts.
Und so hält sich die Hand an ihr selbst fest.
Sie verlässt die Ursachen für ihre Narben,
verlässt das Leid, verlässt den Hass, verlässt den Zwang.
Doch sie dreht sich ein letztes Mal um und schaut zurück.
Verächtlich schaut sie auf den Spott, verletzt auf den Schmerz,
eingeengt auf den Zwang und herablassend auf den Hass.
Doch ein Schein gießt sich über sie,
der Körper ist nicht mehr zernarbt,
doch das Gesicht ruht halb im Schatten noch.
Aber sie scheint auf etwas noch zu warten,
bevor sie geht. Ihre Augen, ihre Nase, ihr Mund und ihre Ohren sind weit geöffnet.
Sie ist noch nicht bereit.
Und sie wird weiter warten, so lange, bis Hass, Verächtnis, Leid,
Zwang, Spott und Schmerz auch hier erloschen sind,
damit ihre Narben vollends verschwinden und sie nicht mehr entstellen.
Denn dann erst wird sie sich
vom letzten Schatten lösen können und
in das Licht eintauchen.
20.12.2000
Text - von meiner Tochter Undine, damals 12
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